Foto: hessen-tourismus.de

 

Wer die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden besucht, dem wird sicher das Kurhaus im Gedächtnis bleiben. Bei diesem repräsentativen Gebäude handelt es sich um einen der prunkvollsten Festbauten in ganz Deutschland, der mit einer Vielzahl von Veranstaltungen, einer ausgezeichneten Gastronomie sowie der Spielbank Wiesbaden den gesellschaftlichen Mittelpunkt der beliebten Kurstadt bietet. Vor allem als Casino ist vielen dieses Gebäude bekannt und natürlich nutzen auch heute die vielen Gäste immer noch Angebote wie 50 Freispiele ohne Einzahlung bei einem Besuch der Spielbank.

 

Bei einem Spaziergang durch das Wiesbadener Kureck ist das Kurhaus am Ende der Wilhelmstraße inmitten einer schön gestalteten Anlage zu finden. Der Haupteingang liegt an der westlichen Seite, wo auch der Kurhausplatz liegt. Dort befindet sich auch eine Rasenfläche, die häufig als Bowling Green bezeichnet wird, sowie zwei Springbrunnen, umgeben von den Kolonnaden. Im Süden liegen die Theaterkolonnaden, die zum Hessischen Staatstheater gehören, während die im Norden liegenden Kurhauskolonnaden zur Spielbank gehören. In dieser Säulenhalle, die mit einer Länge von 129 Metern die längste in ganz Europa ist, ist das sogenannte Kleine Spiel, also die Spielautomaten beheimatet.

 

Um den zahlreichen Besuchern genügend Parkmöglichkeiten zu geben, wurde unter dem Kurhausplatz inzwischen eine Tiefgarage gebaut. Leider mussten während dieser Baumaßnahmen die alten Platanen auf dem Platz gefällt werden. Allerdings wurden inzwischen schon wieder neue Platanen gepflanzt, die dem Platz mit der Zeit seinen ursprünglichen Charakter wiedergeben werden. Der große Kurpark liegt hinter dem Kurhaus und lädt zu einem Spaziergang ein, der ein wenig an die schönen Blicke bei den Wanderrouten in Westfalen erinnern können. In diesem Park befindet sich auch die Konzertmuschel sowie der Kurpark-Weiher.

 

Die Anfänge des Kurhauses

 

Die Bedeutung und die lange Tradition der Stadt Wiesbaden als Kurstadt lässt sich bereits am Namen erkennen. Wiesbaden leitet sich aus dem mittelalterlichen Wisibada ab, was einem heilenden Bad entspricht. Allerdings wurden diese Bäder nicht erst seit dem Mittelalter genutzt, denn die dortigen Thermalquellen waren bereits den Römern bekannt.

 

Mit der steigenden Beliebtheit der Kuraufenthalte zu Beginn des 19. Jahrhunderts, erlebten auch die Kurorte wie Wiesbaden einen großen Aufschwung. Vor allem die höheren Gesellschaftsschichten und der Adel entdeckten die Kur zunehmend als heilenden, aber auch unterhaltsamen Aufenthalt in einem Kurort, zu dem auch das Glücksspiel zählte.

 

In Folge dieser Entwicklung wurde 1810 als erstes Gebäude das Alte Kurhaus nach den Plänen des Architekten Christian Zais fertig gestellt. Es handelte sich um ein klassizistisches Bauwerk mit einem mittig gelegenen Portikus aus Säulen sowie Säulengängen an den Seiten. Auch Goethe gehörte mehrmals zu den vielen Gästen und äußerte sich positiv zu diesem Bau, der zunehmend mehr Besucher anzog.

 

Der Neubau

 

Für Wiesbaden brachte der Kurbetrieb ein starkes Wachstum an Größe und Bedeutung im Laufe des 19. Jahrhunderts. Nicht nur die Anzahl der Kurgäste stieg um das Zehnfache, sondern auch die Einwohnerzahl. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts bekam Wiesbaden sogar den Titel der Weltkurstadt und wurde die bedeutendste Kurstadt Deutschlands noch vor Baden-Baden. Daher ist es kein Wunder, dass man sich entschied, ein größeres Kurhaus zu errichten, das moderner und repräsentativer sein sollte. Schließlich wurde das Alte Kurhaus 1905 abgerissen und nach einem Entwurf vom Architekten Friedrich von Thiersch ein Neubau errichtet, der sechs Millionen Goldmark kostete. Bei Friedrich von Thiersch handelte es sich um einen berühmten Architekten, der nicht nur für den Bau des Münchener Justizpalastes verantwortlich war, sondern auch für den Entwurf des Berliner Reichstags.

 

Für Veranstaltungen wurden im Neubau zwei große Säle eingerichtet, die nach den Architekten des Alten und Neuen Kurhauses benannt wurden. Bei dem Friedrich-von-Thiersch-Saal handelt es sich um den größeren Saal, der mit Parkett und erstem Rang 1350 Sitzplätze bietet. Ebenfalls im Südflügel und an den großen Saal angrenzend, liegt der sogenannte Muschelsaal. Er wurde vom bekannten Jugendstilmaler Fritz Erler und Alexander von Salzmann aufwändig mit Fresken dekoriert und mit Muscheln und Kieseln gestaltet.

 

Außerdem befinden sich im Südflügel einige kleinere Gesellschaftsräume, die unterschiedlich gestaltet wurden und die Namen Carl Schuricht, Carl von Ibell, Fjodor Dostojewski, Ferdinand Hey'l und Kaiser Wilhelm tragen. Den Abschluss des Südflügels bietet zum Kurpark hin ein Wintergarten. Der etwas kleinere Christian-Zais-Saal liegt zusammen mit dem ehemaligen Weinsalon, der heute die Spielbank beheimatet, im Nordflügel. 1907 wurde das neoklassizistische Gebäude mit Motiven des Jugendstils eröffnet. Sogar Kaiser Wilhelm II. war nicht nur bei der Eröffnung, sondern jedes Jahr Gast im seiner Meinung nach schönsten Kurhaus der Welt.

 

Das Kurhaus nach dem Krieg

 

Das Kurhaus begeisterte mit prächtiger Ausstattung. Dazu zählte zum Beispiel der gelbe Marmor im Weinsalon, der seit 1949 das Große Spiel mit Roulette, Blackjack, Poker der Spielbank beherbergt, oder die Fresken, Muscheln und Kieseln im Muschelsaal. Zur historischen Ausstattung gehörte auch der Rote Pavillon im Stil Louis XVI. sowie das Bacchuszimmer und die ledergeprägte und vergoldete Decke im Ecksalon. Außerdem war der große Konzertsaal mit Säulen aus nassauischem Marmor gestaltet, die Wände mit Mahagoni getäfelt und die Decke Blau und Gold kassettiert.

 

Ein Fliegerangriff gegen Ende des Zweiten Weltkriegs ruinierte einen Großteil dieser originalen Ausstattung. Auch die Orgel der Firma Sauer aus dem Jahre 1907, die im Friedrich-von-Thiersch-Saal untergebracht war, wurde dabei zerstört und konnte nicht mehr wiederhergestellt werden. 1954 wurde an ihrer Stelle eine Orgel der Firma Steinmeyer eingebaut. Eine vorübergehende Instandsetzung der Innenausstattung des Kurhauses fand nach dem Krieg statt, bis man ab 1983 eine aufwändige Restaurierung begann, die auch eine Modernisierung beinhaltete. Bei den Arbeiten wurden die noch vorhandenen Pläne des Architekten Friedrich von Thiersch sowie alte Stiche und Fotografien genutzt, um das Gebäude möglichst getreu dem Stil von 1907 wiederherzustellen.

 

Dabei wurde aber auch an eine zeitgemäße Nutzung gedacht, indem modernste Kommunikationstechnik verbaut wurde, was das Kurhaus Wiesbaden seit der Wiedereröffnung 1987 zu einem vielseitig nutzbaren Platz für Veranstaltungen aller Art machte. Dazu zählen nationale und internationale Kongresse, Konferenzen, Tagungen, Parteitage und Ausstellungen, aber natürlich auch Konzerte, Bankette und Gala-Diners. Zu den jährlichen Highlights zählen auch der Ball des Weines sowie die Silvesterfeier mit einem musikalischen Feuerwerk, das auf dem Kurplatz entzündet wird, der auch gerne für Open Air Konzerte genutzt wird. Außerdem eignet sich ebenfalls der Kurpark mit der Konzertmuschel für Veranstaltungen aller Art.

 

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