Seit Monaten wird darüber spekuliert, nun wurde es offiziell bestätigt. Die Gutschein-App „Honey“, die PayPal im Jahr 2019 für rund vier Milliarden US-Dollar aufgekauft hatte, ist ab jetzt auch in Deutschland verfügbar. Dadurch eröffnen sich den zahlreichen PayPal-Nutzern in der Bundesrepublik neue Möglichkeiten, bei ihren Online-Einkäufen zu sparen.

 

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Mit Honey räumt PayPal seinen Nutzern neue Sparmöglichkeiten ein. Bildquelle: mohamed_hassan / Pixabay

 

Neue Dynamik im E-Commerce?

 


Bereits im April 2020 verdichteten sich die Anzeichen, dass PayPal einen Launch von Honey in Deutschland plant. Im Rahmen eines Tests schaltete der US-Zahlungsdienstleister gezielt Werbeanzeigen für die Gutschein-App auf Facebook, die ausschließlich auf dem deutschen Markt zu sehen waren. Ab diesem Zeitpunkt brodelte es in der Gerüchteküche um einen Deutschland-Launch, der nun tatsächlich eingetreten ist.
Über Honey können Nutzer ganz bequem Rabattcodes und Gutscheine für Shops und Dienstleister im Internet ausfindig machen. Dank der Datenbank, den Filtermöglichkeiten und einer automatischen Einbindung wird eine zermürbende Suche nach potenziellen Preisnachlässen und Coupons in Eigenregie obsolet.
Wie die Implementierung der Gutschein-App von den PayPal-Nutzern in Deutschland aufgenommen wird, bleibt jedoch zunächst abzuwarten. Auf dem US-Markt hatte Honey bereits vor dem Aufkauf durch den Zahlungsdienstleister enormen Zulauf. Hierzulande fliegt die App noch weitestgehend unter dem Radar. Klar ist allerdings, dass Honey in vielen Branchen für Bewegung sorgen wird – eventuell auch in der Glücksspielindustrie. Da PayPal in vielen Online-Casinos als Zahlungsmittel angeboten wird, ist eine neue Dynamik durchaus denkbar. Übrigens: Deutsche Online-PayPal-Casinos findest Du auf paypalcasinodeutschland.com.

 

So funktioniert die Gutschein-App

 


Honey funktioniert wie eine zentrale Datenbank für Gutscheine und Rabattcodes. Diese kann entweder über eine manuelle Suche durchstöbert werden oder Du lässt die Software bei den nächsten Einkäufen im Netz ganz automatisch passende Coupons herausfiltern. Dadurch entgeht Dir kein potenzielles Schnäppchen mehr.
Zusätzlich lässt sich über die App eine sogenannte Droplist erstellen, die wie ein Wecker für Preisnachlässe funktioniert. Heißt: Sobald in einem Online-Shop eines Kooperationspartners der Preis eines Artikels fällt, der sich auf der Liste befindet, wirst Du direkt über die App informiert. Nach Medienberichten soll einer der ersten Partner in Deutschland der bekannte Erotik-Online-Shop Eis.de sein.
Die Auswahl an Verkaufsplattformen, Shops und Dienstleistern ist jedoch nicht nur auf ein paar wenige Partner beschränkt. Nach eigenen Angaben deckt Honey mehr als 30.000 Portale im Internet ab, die in den unterschiedlichsten Branchen angesiedelt sind. Das Shoppingerlebnis via Honey sei nach übereinstimmenden Pressemeldungen dabei nicht ausschließlich auf die offizielle Homepage der Kooperationspartner beschränkt. Der Service soll auch über die Shopping-Reiter diverser Social-Media-Plattformen in Anspruch genommen werden können.

 

PayPal erobert neue Märkte

 


Mit dem Kauf von Honey im Jahr 2019 ist PayPal ein Wagnis eingegangen. Schließlich war das US-Unternehmen ausschließlich als Zahlungsdienstleister für Online-Käufe bekannt. Durch die Gutschein-App hat der Konzern aus Kalifornien jedoch den sicheren Hafen verlassen und mischt seit ein paar Jahren im Schnäppchen-Business mit. Mit der Expansion nach Deutschland und anderen europäischen Ländern soll das damalige Investment von vier Milliarden US-Dollar noch schneller wieder eingespielt werden. Den hiesigen PayPal-Nutzern kann das nur recht sein, da Honey eine Menge Sparpotenzial garantiert.
Für den Release in Deutschland stehe den Nutzern jedoch noch nicht das komplette Angebot der Gutschein-App bereit. Zwar können angemeldete Honey-Nutzer an einem Belohnungsprogramm teilnehmen, bei dem gesammelte Punkte gegen Einkaufsgutscheine eingetauscht werden können. Die Anzahl der verfügbaren Shops hierzulande sei allerdings noch recht überschaubar. Mit großen Marken wie MediaMarkt, Thalia, Otto oder Zalando sind dennoch einige Größen der jeweiligen Branchen mit an Bord.

 

Amazon fährt Ellbogen aus

 


So erfreulich aus Kundensicht der Deutschland-Launch von Honey auch sein mag, Freudenjubel gab es längst nicht überall. Schon bei der Übernahme im Jahr 2019 regte sich herber Widerstand aus einigen Bereichen – ganz vorne dabei: Amazon. Der Online-Versandhändler mischte sich unterschwellig in das Geschäft von PayPal ein und gab zu verstehen, dass man nicht begeistert von der Übernahme war.
Laut US-Medien sei Amazon-Nutzern, die auf Honey zurückgegriffen haben, zum damaligen Zeitpunkt mitgeteilt worden, dass die Gutschein-App hohe Sicherheitsrisiken mit sich bringen würde. Den entsprechenden Nutzern wurde sogar empfohlen, Honey unverzüglich zu deinstallieren.

 

Mögliche Konkurrenz ausschalten?

 


Der Sicherheitshinweis seitens Amazon soll sich jedoch gezielt nur gegen Honey gerichtet haben. Andere Browser-Erweiterungen oder Software-Anwendungen, die einen ähnlichen Dienst offerieren, seien vom Versandhändler nicht als potenzielle Gefahr gekennzeichnet worden.
Mit seiner Geschäftsgrundlage hat Honey das Rad sicherlich nicht neu erfinden. Amazon selbst verfügt über einen ähnlichen Dienst. So sind Preisvergleiche im Internet über Amazon Assistant möglich. Da PayPal mit dem Kauf der Gutschein-App als ernstzunehmende Konkurrenz auf der Bildschirmfläche erschienen ist, gehen Branchenbeobachter davon aus, dass Amazon mit seinem Hinweis den neuen Wettbewerber ausboten wollte.
Unklar ist jedoch bis heute, warum von einem Sicherheitsrisiko gesprochen wurde. Ein Sprecher von Amazon gab damals zu Protokoll, das es das Ziel des Konzerns sei, die eigenen Kunden vor gefährlichen Browser-Erweiterungen zu schützen.

 

Honey wehrt sich

 


Die Causa um potenzielle Sicherheitsrisiken, die durch Honey verursacht werden würden, schlug damals in den USA hohe Wellen. Das Unternehmen selbst widersprach jedoch relativ zeitnah den Anschuldigungen seitens Amazon. So wehrte man sich vehement gegen die Vorwürfe, dass es sich bei der zur Verfügung gestellten Dienstleistung um Malware oder ein Sicherheitsrisiko handeln würde. Zeitgleich versicherte Honey, dass keine Browser-Verläufe getrackt oder E-Mails mitgelesen werden. Erhobene Nutzerdaten würden zudem auch nicht verkauft werden.
Dem Ruf von Honey hat die Schlammschlacht jedenfalls keinen Abbruch getan – ganz im Gegenteil. Nach der Übernahme von PayPal im Jahr 2019 wurde in den USA immer wieder massiv in Werbemaßnahmen investiert, um das dortige Wachstum voranzutreiben. Einer der größten Marketingdeals ist sicherlich die Kooperation mit den Los Angeles Clippers.
Das NBA-Team aus Kalifornien ist mit Honey einen umfangreichen Sponsoring-Deal eingegangen, der es der Gutschein-App ermöglicht, sich international zu vermarkten und die Teaminhalte der Clippers auf den verschiedenen Social-Media-Plattformen zu teilen. Da NBA-Teams seit der Saison 2017/2018 das Logo eines ausgewählten Sponsors auf den Trikots platzieren dürfen, nutzte Honey diese Gelegenheit und sicherte sich über die Partnerschaft den lukrativen Werbeplatz auf den Jerseys der Clippers, die als eines der Aushängeschilder der NBA gelten.

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