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Spielsucht ist eine ernstzunehmende Krankheit und sollte keinesfalls unterschätzt werden. Das Gefährliche bei einer Spielsucht ist der fließende Übergang vom normalen Spielverhalten bis hin zur Sucht.

 

Meistens sind zu Beginn keine Symptome erkennbar und der Betroffene ist sich selbst nicht darüber bewusst, dass er unter einer Spielsucht leidet. Bei Echtgeld Spielautomaten ist besondere Vorsicht geboten, da neben den körperlichen Problemen schnell auch eine finanzielle Schieflage bis hin zu einer hohen Verschuldung entstehen kann. Um besser einschätzen zu können, ob ein Spieler von der Sucht betroffen ist oder nicht, gibt es einige Hinweise und Faktoren, die auf ein pathologisches Verhalten hinweisen.

 

Symptome rechtzeitig erkennen

 

Ein wichtiger Aspekt, um eine Spielsucht frühzeitig zu erkennen, ist das richtige Deuten von typischen Symptomen. Meistens verändern betroffene Spieler nicht nur ihr Verhalten, sondern die komplette Persönlichkeit.

 

Bereits seit dem Jahr 1957 ist der Begriff der Abhängigkeit durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fest definiert und als eine anerkannte Krankheit eingestuft. Laut WHO ist eine Abhängigkeit immer durch vier Kriterien gekennzeichnet. Der Betroffene hat ein starkes Verlangen, seine Sucht zu stillen. Die Dosierung muss ständig erhöht werden. Es existiert eine psychische und physische Abhängigkeit und ist für den Betroffenen schädlich.

 

Folgende Verhaltensweisen und Symptome sind mögliche Anzeichen für eine Spielsucht:

 

Sozialer Rückzug

 

Der Betroffene sagt immer häufiger private Treffen ab. Andere Termine werden genannt oder geschäftliche Verpflichtungen als Entschuldigung erfunden. Neben Verabredungen werden auch Hobbies oder die Familie vernachlässigt, der Betroffene hält sich fast nur noch zu Hause auf.

 

Finanzielle Probleme

 

Plötzliche finanzielle Probleme können nicht erklärt werden und der Betroffene weicht bei diesem Thema aus. In manchen Fällen werden Bekannte und Freunde sogar um Geld gebeten, um angeblich kurzfristig auszuhelfen oder in einer Notlage zu unterstützen. Das Thema Glücksspiel wird dabei nicht erwähnt. Bei einer bereits bestehenden, hohen Verschuldung kann es zudem sein, dass plötzlich Wertgegenstände verkauft werden. Bei Fragen weichen die Angesprochenen aus und wechseln in der Regel das Thema.

 

Körperliche Beschwerden

 

Menschen, die unter einer Spielsucht leiden, sind häufig bleich und sehen geschwächt aus. Angstzustände und Depressionen sind als Folge möglich. Wird ein Spieler über eine längere Zeit vom Spielen abgehalten, beispielsweise auf einer Geburtstagsfeier, sind typische Entzugserscheinungen wie Schwitzen, Unruhe und Schreckhaftigkeit zu spüren.

 

Spielsucht als Betroffener erkennen

 

Auch als Betroffener selbst können Sie Anzeichen und Symptome erkennen, die auf eine Spielsucht hindeuten. Zum einen ist es das ständige Verlangen zu Spielen. Sobald Sie vor einem Automaten oder anderen Spiel sitzen, fühlen Sie sich besser, die Anspannung lässt nach. Allerdings kommt nun der Kontrollverlust an dieser Stelle hinzu. Haben Sie erst einmal mit dem Spielen begonnen, können Sie nicht mehr oder nur noch sehr schwer damit aufhören.

 

Besonders kritisch ist dieser Aspekt, wenn Sie sich dadurch bereits verschuldet haben und in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Sie investieren einen hohen Zeitaufwand, um weiteres Geld zu beschaffen und um weiterhin spielen zu können. Selbst wenn die Problematik erkannt ist, wird das Spielen fortgesetzt. In besonders schweren Fällen versuchen Betroffene sogar auf illegalem Weg an Geld zu kommen oder nehmen überteuerte und unseriöse Kredite auf.

 

Weitere mögliche Anzeichen, dass Sie von einer Spielsucht betroffen sind, machen sich durch körperliche Symptome bemerkbar. Hierzu zählen unter anderem:

 

  • Schlaflosigkeit
  • Häufiges Zittern
  • Appetitlosigkeit
  • Erhöhte Schreckhaftigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Herzrasen

 

Falls Sie unsicher sind, ob Sie selbst von einer Spielsucht betroffen sind, können Sie auf verschiedenen Online Plattformen einen Selbsttest durchführen. In akuten Fällen gibt es die Möglichkeit, sich selbst zu sperren. Eine Therapie und der Ausschluss vom Glücksspiel sind dann der richtige Weg, um die Spielsucht hinter sich zu lassen.

 

So können Sie als Angehöriger helfen

 

Falls Sie das Gefühl haben, dass in Ihrem Verwandten- oder Freundeskreis ein Fall von Spielsucht vorliegt, sprechen Sie die Person direkt darauf an. Die erste Reaktion wird wahrscheinlich ein Leugnen oder eine Verharmlosung sein.

 

Lassen Sie nicht locker und sprechen Sie in ruhigem Ton und ohne zu Verurteilen mit dem Betroffenen. Schildern Sie, dass es Möglichkeiten wie Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen gibt. Die beste Möglichkeit zu helfen besteht darin, dem Gegenüber zu verdeutlichen, dass er krank ist. Nur wenn ein Süchtiger selbst erkennt, dass eine Abhängigkeit vorhanden ist, kann er aktiv dagegen kämpfen.

 

Oft ist es ein langer und harter Weg, den Angehörigen davon zu überzeugen, dass er sich helfen lässt. Seien Sie nicht gekränkt, falls Sie bei den ersten Versuchen zurückgewiesen oder gar beschimpft werden. Gehen Sie mit einem guten Beispiel voran und melden sich bei einer Beratungsstelle für Angehörige an. Lassen Sie nicht locker und versuchen Sie nach einem ersten gescheiterten Versuch ein weiteres Mal.

 

Leihen Sie dem Süchtigen auf keinen Fall Geld, auch wenn das Geld angeblich für wichtige Medikamente oder eine Rückzahlung eines Kredits benötigt wird. Falls möglich, sperren Sie gemeinsame Konten und bringen Sie Wertgegenstände aus dem Haus.

 

Wichtig ist, dass Sie sich selbst nicht vergessen. Es kann anstrengend sein und eine Menge Kraft kosten, einen Spielsüchtigen von seiner Sucht zu überzeugen und ihn bei einer möglichen Therapie zu unterstützen. Gönnen Sie sich immer wieder Zeit für sich selbst und nehmen Sie sich eine Auszeit.

 

Ist Spielsucht heilbar?

 

Spielsucht ist eine von den Krankenkassen anerkannte Krankheit. Die Kosten für eine Behandlung und eine Therapie werden in der Regel übernommen. Ohne professionelle Hilfe schaffen es die meisten Betroffenen nicht, von der Sucht loszukommen. Die Dauer für eine Therapie beträgt mindestens ein Jahr, die Rückfallquote beträgt ca. 60 Prozent. Es gibt stationäre Behandlungsmethoden, wöchentliche Gruppen und Einzeltherapie. Wichtig ist, dass sich die Betroffenen verstanden fühlen und die positive Wirkung einer Therapie erkennen.

 

Genau wie Alkoholsucht kann Spielsucht nicht wirklich geheilt werden. Die Sucht kann allerdings stillgelegt werden. Der wichtigste Aspekt besteht darin, dass ein ehemals Spielsüchtiger nicht in Casinos oder Spielbanken geht und keine Online Casinos nutzt. Auch Sportwetten oder Lotterien sind tabu.

 

Ein effektiver Weg, um nicht rückfällig zu werden, besteht in der Möglichkeit, sich von jeglichem Glücksspiel ausschließen zu lassen. Die Sperre beträgt mindestens ein Jahr. Auch eine lebenslange Sperre ist möglich. Hierzu genügt ein Sperrantrag, der auf dem Postweg an eine Glücksspieleinrichtung geschickt werden kann.

 

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